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'Fagus 2517' von Christian Odzuck. Foto: Gerald Biebersdorf

"Fagus 2517" von Christian Odzuck. Foto: Gerald Biebersdorf

Kunstprojekt

Christian Odzuck: "Fagus 2517"

Zum 500. Reformationsjubiläum hat die Evangelische Kirche im Rheinland das Kunstprojekt "reFORMation transFORMation" realisiert. Einer der elf eingeladenen Künstlerinnen und Künstler ist Christian Odzuck. Sein Werk heißt "Fagus 2517". 

Es gab sie schon einmal, die sogenannte Lutherbuche: Sie stand im thüringischen Bad Liebenstein. Der Legende nach soll Martin Luther an dieser Buche (Lat. „Fagus“) nach seinem Auftritt beim Wormser Reichstag 1521 entführt und in den Schutz der Wartburg gebracht worden sein. In Folge wurde der Baum zu einem Ort des Luthergedenkens; das Holz der Buche, die 1841 einem Sturm zum Opfer fiel, wurde verarbeitet und als Reliquien verbreitet.

Christian Odzuck will für die Wanderausstellung eine neue Lutherbuche aussetzen. In einen Betonkübel mit Erde pflanzt er einen Samen, aus dem die Buche emporsprießen soll. Während der Wanderausstellung ist der bepflanzte Kübel zu sehen. Wenn der Keimling groß genug ist, soll er in freier Natur ausgesetzt werden – nach Wunsch des Künstlers am letzten Standort der Wanderausstellung, in Saarbrücken. Dort soll der Kübel um 90 Grad gedreht werden, so dass am Boden eine Anleitung zum Vorschein kommt. Sie erklärt, wie mit der Lutherbuche zu verfahren ist: Christian Odzuck ist wichtig, dass die Lutherbuche in den nächsten 500 Jahren gut sichtbar bleibt.

Für Odzuck ist die Buche „ein freundlicher Gruß für die Zukunft aus der Vergangenheit“. Sie soll zum Nachdenken über das Thema Zeit anregen. Verstehen Menschen diesen Kodex in der Zukunft noch? Genau 500 Jahre soll die Buche erhalten bleiben und 2517 bei einem Fest in einem großen Lagerfeuer verbrannt werden. 

Christian Odzuck

Christian Odzuck

Christian Odzuck (*1978 in Halle/Saale) lebt und arbeitet in Düsseldorf. Er studierte an der Kunstakademie Düsseldorf bei Rita McBride und Hubert Kiecol. Seit 2009 lehrt er an der Peter Behrens School of Arts und an der Kunstakademie Düsseldorf.

In seinem Werk beschäftigt er sich mit den Prozessen der Wahrnehmung von Realität und wie diese durch Raum und Architektur beeinflusst werden. Odzuck wurde 2014 mit dem Förderpreis der Stadt Düsseldorf ausgezeichnet.

Zuletzt wurden die Arbeit bei der Ausstellung „Phantomschmerz“ bei Flat Station, Amsterdam und mit der Künstlergruppe Extension 2016 in der Kunsthalle Düsseldorf gezeigt. 

Thomas Becker / 10.3.2017


„Ich bin vergnügt, erlöst, befreit“