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'Das große X' von Karl Manfred Rennertz. Foto: Gerald Biebersdorf

"Das große X" von Karl Manfred Rennertz. Foto: Gerald Biebersdorf

Kunstprojekt

Karl Manfred Rennertz: "Das große X"

Zum 500. Reformationsjubiläum hat die Evangelische Kirche im Rheinland das Kunstprojekt "reFORMation transFORMation" realisiert. Einer der elf eingeladenen Künstlerinnen und Künstler ist Karl Manfred Rennertz mit seinem Werk "Das große X".

Vordergründig geht es nur um zwei Linien, die sich kreuzen. Karl Manfred Rennertz fertigt ein gleichschenkeliges Kreuz aus rauem, leichtem Holz an, dessen Balken je 3,5 Meter lang sind. Die Balken bringt er mit einer Motorsäge in Form und schwärzt sie mit einem Schweißbrenner. Zudem malt Karl Manfred Rennertz ein Bild (200 mal 300 Zentimeter), das mit der Kreuz-Skulptur korrespondiert. In die Mitte einer rot grundierten Fläche kratzt er ein X in raue Dachpappe und schwärzt sie wie die Skulptur mit einem Schweißbrenner. Das Bild soll im Raum angelehnt an eine Wand auf zwei kleinen Holzklötzen stehen.

Skulptur und Bild stehen jeweils sinnbildlich für das Verhältnis von Mensch und Kreuz, wobei Rennertz bewusst eine Kreuzform gewählt hat, die mehrere Bedeutungen in sich trägt: Wenn Menschen etwas ankreuzen, verwenden sie ein X. Sie stellen sich hinter eine Sache mit ihrer zum X reduzierten Unterschrift. Strecken sie die Arme ausgebreitet in die Luft, entsteht auf der Achse von Armen und Beinen ein Kreuz.

In der christlichen Ikonografie wird ein gleichschenkliges X als Andreaskreuz bezeichnet. Der Name verweist auf den Apostel Andreas, der an einem solchen Kreuz als Märtyrer gestorben sein soll. Vor allem in frühchristlicher Zeit wurde das Andreaskreuz als Erkennungszeichen für Christinnen und Christen verwendet. Besonders im späten Mittelalter verwenden Künstler das Andreaskreuz in der christlichen Ikonografie. X ist zudem das Kürzel für den griechischen Buchstabe Chi und das Symbol für Christus. 

Karl Manfred Rennertz

Karl Manfred Rennertz

Karl Manfred Rennertz (*1952 in Eschweiler bei Aachen) lebt als Bildhauer und Hochschullehrer in Baden-Baden. Er stammt aus einer rheinischen Töpferfamilie und studierte Bildhauerei an der Düsseldorfer Kunstakademie und war Meisterschüler bei Professor Alfonso Hüppi.

Seit vier Jahrzehnten arbeitet Rennertz als freischaffender Künstler, seit 2004 lehrt er als Professor für Plastisches Gestalten an der Hochschule OWL in Detmold. Holz ist sein wichtigster Werkstoff, die Kettensäge sein hauptsächliches Werkzeug. Zudem hat Rennertz ein breites Werk als Zeichner und Maler geschaffen, das in Ausstellungen und Museen im In- und Ausland vertreten ist. 

Thomas Becker / 10.3.2017


„Ich bin vergnügt, erlöst, befreit“