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Reformation und Politik

Reformation und Politik

Themenjahr 2014

Reformation und Politik

Obrigkeit und Mündigkeit, Glaube und Macht, Gewissensfreiheit und Menschenrechte – das sind Themen der Reformation und zugleich der Gegenwart, die eine breite Diskussion in Kirche und Gesellschaft verdienen.

Kirchenkreise zum Themenjahr 2014

Zum Themenjahr "Reformation und Politik" sind u.a. folgende Veranstaltungen angekündigt:

Veranstaltungen in Köln und Region

Vom Konflikt zur Gemeinschaft: Ökumenismusdekret und 500 Jahre Reformation
Das Dokument „Vom Konflikt zur Gemeinschaft“ der internationalen lutherisch/römisch-katholischen Dialogkommission ist Thema des Vortrags am Mittwoch, 1. Oktober, 19 Uhr, von Dr. Oliver Schuegraf, Oberkirchenrat der VELKD. Die Tageskarte für die Veranstaltung der Reihe "Ökumenismusdekret und 500 Jahre Reformation" in der Melanchthon-Akademie, Kartäuserwall 24b, kostet 3 Euro. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Kontakt: Melanchthon-Akademie, Telefon 0221/93 18 03-0, Internet www.melanchthon-akademie.de

Vortrag und Gespräch mit Dr. Wolfgang Thierse: Christliche Grundlagen politischer Verantwortung
"Christliche Grundlagen politischer Verantwortung" spricht Dr. Wolfgang Thierse, Bundestagspräsident a.D., am Montag, 20. Oktober, 19.30 Uhr, in der Gnadenkirche Bergisch Gladbach, Hauptstraße 265a. Machen Christen Politik anders? Schlagen sich christliche Grundhaltungen im politischen Alltag überhaupt nieder? Was bedeutet das christliche Bekenntnis innerhalb einer politischen Laufbahn, wie sie der langjährigen stellvertretenden Vorsitzende der SPD und überzeugter Katholik Wolfgang Thierse verkörpert? Hintergrund ist das Themenjahr 2014 „Reformation und Politik“. Der Eintritt kostet 5 Euro. Kontakt: Evangelische Kirchengemeinde Bergisch Gladbach, Telefon 02202/93 66 7-0, www.gnadenkirche-gl.de/

Ökumenische Annäherungen an das Reformationsjubiläum: Vortrag von Präses Manfred Rekowski
Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski, hält einen Vortrag zum Thema "Ökumenische Annäherungen an das Reformationsjubiläum. Was wir gemeinsam feiern können". Dazu sind Interessierte eingeladen für Dienstag, 21. Oktober, 19 Uhr, in die Pfarrkirche Heilige Drei Könige, Hahnenstraße 21. Der Eintritt ist frei. Kontakt: Evangelische Kirchengemeinde Rondorf, Telefon 02233/232 94, www.rondorf.de

Zentrale Reformationsfeier des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region: Präses Manfred Rekowski predigt in der Trinitatiskirche
Die Verabschiedung der Barmer Theologischen Erklärung vor 80 Jahren (31. Mai 1934) prägt die zentrale Reformationsfeier des Evangelischen Kirchenverbands Köln und Region. In der 5. Barmer These werden die Aufgabe des Staates und das Verhältnis der Kirche zum Staat beschrieben. Die Reformationsfeier am Freitag, 31. Oktober 2014, 18 Uhr, gibt Impulse, wie heute Nähe und Distanz von geistlicher Lebenshaltung zum politischen Auftrag gedacht und gelebt werden können. Die Reformationsfeier in der Kölner Trinitatiskirche, Filzengraben 4, steht deshalb unter dem Thema „Reformation, Barmen und die Politik“. Es predigt Manfred Rekowski, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR), die Begrüßung übernimmt Stadtsuperintendent Rolf Domning, für die Liturgie Superintendent Pfarrer Dr. Bernhard Seiger. Aufgeführt wird die Kantate von Johann Sebastian Bach „Ein feste Burg ist unser Gott“ von der Mülheimer Kantorei mit Orchesterbegleitung. Die Chor- und Orchesterleitung liegt bei Kirchenmusikdirektor Christoph Spering, die Orgel spielt Kreiskantorin Barbara Mulack. Kontakt: Evangelischer Kirchenverband Köln und Region, Telefon 0221/33 82-101, www.trinitatiskirche-koeln.de/

Bleibende Bedeutung der Erinnerung für die politische Kultur: Neue Predigtreihe „Amalek“ und seine Kinder
„'Amalek' und seine Kinder. Die bleibende Bedeutung der Erinnerung für die politische Kultur in Deutschland" ist das Thema am Samstag, 8. November, 18 Uhr, in der Kölner Trinitatiskirche, Filzengraben 4. Der Text 5. Mose 25,17–19 handelt von "Amalek". Die Erinnerung an ihn soll ausgelöscht werden. Zugleich aber wird am Anfang geboten, sich zu erinnern, und am Ende, nicht zu vergessen. "Amalek" steht für den Israel vernichtenden Feind. Am Vorabend des 9. November lässt der Text nach der bleibenden Bedeutung der Erinnerung an die Ermordung der jüdischen Männer, Frauen und Kinder Europas durch Deutschland fragen. Eine Predigt hält Professor Dr. Klaus Wengst, emeritierter Professor für "Neues Testament und Judentumskunde", für die Liturgie zeichnet Dr. Martin Bock, Leiter der Melanchthon-Akademie, verantwortlich. Die Veranstaltung ist Teil der neuen Predigtreihe "Die politische Existenz der Christinnen und Christen heute". Kontakt: Evangelischer Kirchenverband Köln und Region, Kartäusergasse 9-11, Telefon 0221/33 82-101, www.trinitatiskirche-koeln.de/

Jeder Tag ist "Weltgericht" - Predigt von Dr. Rupert Neudeck
Wenn es Menschen ans Leben geht, muss man sofort handeln: So steht es im Evangelium, auch im Koran und im Talmud. Das Gleichnis Jesu vom Weltgericht im Matthäusevangelium (Mt 25, 31–46) handelt von dieser Humanität. Wie können Christinnen und Christen dieser Verantwortung gerecht werden? An welchen Stellen sind Kirchen zur politischen Intervention und zum Widerstand gegen das Wegsehen gefordert? Welche Kraft gibt der Glaube? Mit diesen Fragen setzen sich die Teilnehmenden während eines Gottesdienstes am Samstag, 15. November, 18 Uhr, in der Trinitatiskirche, Filzengraben 4, auseinander. Die Predigt hält Dr. Rupert Neudeck, für die Liturgie zeichnet Pfarrer Jörg Heimbach verantwortlich. Neudeck ist Begründer des Hilfskomitees Cap Anamur und des Friedenskorps Grünhelme. Kontakt: Evangelischer Kirchenverband Köln und Region, Kartäusergasse 9-11, Telefon 0221/33 82-101, www.trinitatiskirche-koeln.de/

Das Matthäusevangelium als Kompass: Predigt zur politischen Existenz der Christen heute
"Kirche und Politik" – das war schon immer eine spannungsgeladene Beziehung, bis heute. Für das Verhältnis von gelebtem Christentum und politischem Geschäft enthält das Neue Testament einen "Kompass". Über das Gebot der Nächstenliebe spricht Pfarrer Dr. Thomas Weckelmann in seiner Predigt am Samstag, 22. November, 18 Uhr, in der Trinitatiskirche, Filzengraben 4. Weckelmann ist der Beauftragte der Evangelischen Kirchen beim Landtag und der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen. Für die Liturgie des Gottesdienstes zeichnet sich Superintendent Dr. Bernhard Seiger verantwortlich. Kontakt: Evangelischer Kirchenverband Köln und Region, Kartäusergasse 9-11, Telefon 0221/33 82-101, www.trinitatiskirche-koeln.de/

„Gott ist doch lieb – der tut nix“: Richter und Gerichte in Castingshows und Medienkultur
„Gott ist doch lieb – der tut nix. Zur Rede von Erwählung und Gericht bei Johannes Calvin und Martin Luther" heißt das Thema eines Seminars der Melanchthon-Akademie am Freitag, 5. Dezember, 18 Uhr, im Kartäuserwall 24b. Die Rede von einem richtenden Gott ist aus einem „zukünftigen Himmel“ längst ausgezogen in die gegenwärtigen Castingshows und die Medienkultur. Hier wird zumeist gnadenlos vorverurteilt, ausgeschieden und selbst gerichtet. Dabei gibt es zugleich eine Sehnsucht, mit der eigenen Person „gesehen“ zu werden. Es war eine reformatorische Erkenntnis, dass die im Evangelium verankerte Rede vom richtenden Gott zu einer Selbstwahrnehmung führt, in der die Person entlastet wird von Selbst- und Fremdverurteilungen. Referent des Abends ist Jörg Heimbach, Studierendenpfarrer. Die Seminarkarte kostet 8 Euro, eine Anmeldung ist erforderlich. Kontakt: Melanchthon-Akademie, Telefon 0221/93 18 03-0, www.melanchthon-akademie.de

Römer 13, Barmen 5 und unsere Gegenwart: Reformation, Protestantismus und politische Verantwortung
„Jedermann sei untertan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat. Denn es ist keine Obrigkeit außer von Gott“ (Römer 13,1). Ist diese Bibelstelle Inbegriff des Untertanengeistes und der „Gehorsamkeits-Moral“ insbesondere im 20. Jahrhundert? In Seminar der Melanchthon-Akademie, Kartäuserwall 24b, am Freitag, 12. Dezember, 17 bis 22 Uhr, und Samstag, 13. Dezember, 9 bis 13 Uhr, diskutieren die Teilnehmenden die Wirkungsgeschichte von Römer 13 und wenden sich der Barmer Theologischen Erklärung zu, die – angesichts ihres 80. Geburtstages (1934-2014) – in ihrer ökumenischen, kirchlichen, religionsdialogischen, gesellschaftspolitischen und befreiungstheologischen Wirkung neu zu entdecken ist. Die Referenten des Seminars sind Pfarrer Harald Klimek und Professor Dr. Berthold Klappert. Die Seminarkarte kostet 25 Euro, eine Anmeldung ist erforderlich. Kontakt: Melanchthon-Akademie, Telefon 0221/93 18 03-0, www.melanchthon-akademie.de


Kirchenkreis An der Ruhr lädt zu besonderem Oktober

„Reformation und Politik“ heißt das Themenjahr 2014 innerhalb der Reformationsdekade, die auf das 500-jährige Reformationsjubiläum 2017 hinweist. Einen Monat lang, im Oktober 2014, laden Gemeinden, Einrichtungen und Werke des Kirchenkreises An der Ruhr zu Veranstaltungen ein, in denen man spielerisch, erlebnisorientiert oder auch in sachlich-thematischer Auseinandersetzung einen Einblick in Reformation und Politik gewinnen kann.

Wer mag, kann im Rollenspiel in die Haut des Reformators schlüpfen, Fachvorträge hören oder ganz anschaulich die Felder gesellschaftlichen Engagements der evangelischen Kirche im Rahmen einer Bustour erkunden. Der Programmflyer mit Details zu allen Veranstaltungen (oft ist eine Anmeldung nötig) liegt in den Gemeindehäusern aus und ist online auf www.kirche-muelheim.de abrufbar.

Die Termine im Themenjahr:

Mittwoch, 1. Oktober, ab 15 Uhr , Diakonie-Tour (Anmeldung und Abfahrt ab Ladenkirche)

Samstag, 4. Oktober 2014, ganztägig, Reformation als Spiel: „Here I stand“, Gemeindezentrum Lindenhof 20

Montag, 6. Oktober bis Freitag, 10. Oktober, Studienfahrt „Kirche und Europapolitik“

Mittwoch, 22. Oktober, 15 bis 17 Uhr, Mittwoch, 22. Oktober, 15 bis 17 Uhr, „Bildungsarmut und Sprachbarrieren entschlossen bekämpfen“ - zur Aktualität einer Forderung von Martin Luther Vortrag und Diskussion mit Prof. Dr. Uta Meier-Gräwe (Justus-Liebig-Universität Gießen), Fachveranstaltung des Diakonischen Werkes

Veranstaltungsort: Haus der Ev. Kirche (Altenhof), Kaiserstraße 6Samstag, 25. Oktober, 18 Uhr, Frauenmahl, Thema „Die Armut ist weiblich“, Gemeindehaus Christuskirche, Lindenhof 20.

Sonntag, 26. Oktober, 11 Uhr, Vortrag Prof. Dr. Dieter Beese: „Reformation und Politik“, Veranstaltungsort: Ev. Markuskirche, Springweg 10

Montag, 27. Oktober, 19.30 Uhr, Podiumsgespräch: „Verhalten sich Christen in der Politik anders?“, Gemeindezentrum Erlöserkirche am Sunderplatz

Mittwoch, 29. Oktober, 19.30 Uhr, Vortrag „Schwerter zu Pflugscharen“ von Prof. Dr. Franz-Heinrich Beyer (Bochum), Immanuelkirche, Kaiser-Wilhelm-Straße 21a.

Mittwoch, 22. November, vormittags, Exkursion zur Gemarker Kirche, Wuppertal, Anmeldung im Ev. Gemeindebüro Kettwig
www.kirche-muelheim.de

Programm der Saar-Kirchen für das 2. Halbjahr 2014

Die evangelischen Kirchen im Saarland haben ihr Veranstaltungsprogramm für das 2. Halbjahr 2014 des Themenjahrs „Reformation und Politik“ herausgegeben. Die Broschüre enthält rund 30 Veranstaltungen, die von Juli bis Dezember 2014 rund um das Themenjahr im Saarland angeboten werden. Die Palette reicht von Gottesdiensten und Kanzelreden über Vorträge bis zu Führungen und Exkursionen.

Am 12. Oktober um 10.30 Uhr predigt der saarländische Bildungsminister Ulrich Commerçon in einem Radiogottesdienst in der Martinskirche in Köllerbach zum Thema „Die Jugend recht bilden, ist etwas mehr als Troja erobern“.

Der Pflegebeauftragte des Saarlandes, Jürgen Bender, ist am 11. November um 19 Uhr Gast in der Johanneskirche Saarbrücken zum Thema „Pflege als sozialer Markt – Fluch oder Segen?“. Fortgesetzt wird auch die Gesprächsreihe mit Landtagsabgeordneten „Protestantische Profile treffen politische Positionen“.

Höhepunkt des Programms ist die zentrale Reformationsfeier am 31. Oktober um 18 Uhr in der Saarbrücker Johanneskirche. Der Politikwissenschaftler Prof. Dr. Ulrich Sarcinelli (Landau) spricht dort über die Bedeutung der Reformation für die Entwicklung der Demokratie.

Das Programm entstand in Zusammenarbeit der evangelischen Kirchenkreise Saar-West und Saar-Ost sowie der protestantischen Dekanate Zweibrücken und Homburg mit dem Evangelischen Büro und der Evangelischen Akademie im Saarland.

www.reformationsdekade2017-saar.de

Die EKiR im Themenjahr 2014

2014 bietet die Möglichkeit, Kirche als eine die Gesellschaft prägende Kraft öffentlich wahrnehmbar zu machen und ihre Positionen in Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur einzubringen. Der Einsatz für eine gerechte und ökologische Weltordnung wird ebenso zum Thema wie ganzheitliche Bildung, diakonische Zuwendung und solidarische Kritik an Staat und Gesellschaft.
Das Themenjahr eröffnet einen interdisziplinären Zugang auf die Reformation und das Verhältnis von Kirche und Politik bzw. Staat heute: So können theologische, historische, juristische, politologische und soziologische Deutungsansätze verfolgt und im Zusammenhang mit konkreten Projekten des Themenjahres aufgegriffen werden.

Thematisch werden behandelt:
Das Verhältnis von Kirche und Staat, Solidarität und Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft, Wirtschaftsethik und Wirtschaftspolitik, Neue gesellschaftliche Beteiligungsformen.

Die Begleitung und finanzielle Förderung eines Ausstellungsprojekts zur „Barmer Theologischen Erklärung von 1934“ ist das Schwerpunktvorhaben. Unter Federführung des Kirchenkreises Wuppertal wird für das Themenjahr ein Ausstellungsprojekt vorbereitet, das die reformatorische Bewegung im heutigen Kontext vergegenwärtigen und den Besucherinnen und Besuchern niederschwellig einen Raum bieten soll, sich am authentischen Ort von einer Kernfrage der Reformation ansprechen zu lassen:
Wie orientiert der christliche Glaube das Leben in der Gegenwart? Ein Duplikat der Ausstellung soll an politischen, kirchlichen und gesellschaftlichen Orten gezeigt werden.

(aus einer Positionsbestimmung des federführenden Dezernats V.3)

Hinweise zum Themenjahr 2014 von der EKD oder auf www.luther2017.de

In Vorbereitung ist das Themenheft 2014 „Reformation.Macht.Politik“

Das von der EKD-Arbeitsstelle zur Reformationsdekade in Hannover herausgegebene Themenheft 2014 wird im Spätsommer vorliegen.

Inhaltlich werden voraussichtlich Beiträge zur Verhältnisbestimmung von Kirche und Politik enthalten sein mit Stichworten zu Staatskirchenrecht und Subsidiaritätsprinzip und zur Bürgerbeteiligung in der Zivilgesellschaft mit Stichworten zu „Ethik des Genug“ und „anders wachsen“.

26.04.2010


„Ich bin vergnügt, erlöst, befreit“