„Ich bin vergnügt, erlöst, befreit“

Ich bin vergnügt, erlöst, befreit

Dieser Anfangssatz aus einem der Psalmgedichte von Hanns Dieter Hüsch (1925 – 2005) ist das Motto des Reformationsjubiläums der Evangelischen Kirche im Rheinland.

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Service

Claudia Janssen Claudia Janssen ist Referentin in der Tagung „vergnügt, erlöst, befreit – Kirche radikal reformieren".

Tagung

Reformationsgedenken und befreiungstheologische Ansätze

Der „Arbeitskreis Processus Confessionis“ lädt aus Anlass des kommenden Reformationsjubiläums für den 17. und 18. September zu einer Tagung unter dem Titel „vergnügt, erlöst, befreit – Kirche radikal reformieren“ in Bonn ein. Referenten sind der Systematische Theologe Ulrich Duchrow und die Dozentin für Neues Testament Claudia Janssen.

Der Arbeitskreis ist ein Bündnis aus dem Amt für Jugendarbeit der Evangelischen Kirche im Rheinland, dem Gemeindedienst für Mission und Ökumene, Oikocredit – Ökumenische Entwicklungsgesellschaft, Ökumenische Netze Mittelrhein und Rhein-Mosel-Saar, Solidarische Kirche im Rheinland sowie Südwind – Institut für Ökonomie und Ökumene. Die Tagung wird von der rheinischen Kirche mit Mitteln für das Themenjahr 2016 „Reformation und die Eine Welt – Weite wirkt“ gefördert.

Luthers Sicht auf den Kapitalismus und das „Geld als Götze“

„Mit dieser Tagung wollen wir befreiungstheologische Akzente in das rheinische Reformationsgedenken einbringen“, erklären die Initiatoren des Treffens. Sie kritisieren reformatorisches Gedankengut, das zu Ausschluss, Unterdrückung und Ungerechtigkeit beigetragen hat. Die Reformation heute zu feiern, heiße andererseits ihre befreienden Züge im gegenwärtigen weltweiten Kontext stark zu machen.

Über „Befreiung vom Mammon – Was sagt uns Luthers biblische Kapitalismuskritik heute?“, referiert bei der Tagung Professor Dr. Ulrich Duchrow, Dozent für Systematische Theologie an der Universität Heidelberg. Er knüpft laut Veranstalter an Luthers Kritik von Individualismus und Kapitalismus an, verbinde sie „mit der biblischen Sicht auf das Geld als Götzen“ und ziehe daraus Konsequenzen für eine „Positionierung der Kirche gegen den heutigen imperialen Kapitalismus“.

Hoffnung auf Erlösung und Befreiung

Professorin Dr. Claudia Janssen, Dozentin für Neues Testament und Sozialgeschichtliche Bibelauslegung an der Universität Marburg, wendet sich in ihrem Referat der biblischen Erzählung von den „Weisen aus dem Morgenlande“ zu. Die Erzählung zeige, dass die messianischen Gemeinden des ersten Jahrhunderts weit über das individuelle Heil hinaus auf Erlösung und Befreiung aus der Unterwerfung durch das Römische Reich hofften. Diese Erkenntnis gewinne, wer individualistische und spiritualisierende Formen der Bibellektüre überwinde, um so auch heutige ungerechte Strukturen und Menschenrechtsverletzungen bekämpfen zu können.

Als eigenständige Veranstaltung im Kontext der Tagung gibt es am Samstagabend „wenig erbauliches Kabarett aus Kirche und anderen Realsatiren“ von und mit Okko Herlyn. Luthers Äußerungen zum Islam und der Weg zu einer interreligiösen Gerechtigkeit werden nach der Predigt Ulrich Duchrows am Sonntagmorgen in der Bonner Lutherkirche Thema beim Nachgespräch sein.

Die Tagung „vergnügt, erlöst, befreit – Kirche radikal reformieren“ findet am Samstag und Sonntag, 17. und 18. September, im Gemeindezentrum Lutherkirche, Reuterstraße 11, in 53115 Bonn statt. Die Veranstalter bitten bei Interesse um eine rasche Anmeldung per E-Mail an wirz@afj-ekir.de. Weitere Informationen sind dem Flyer zu entnehmen.

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ekir.de / rtm / Foto: Heinrich-Böll-Stiftung/wikimedia.org / 26.08.2016



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